Evangelische Kirchengemeinde

            Wiesenburg

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Das Vaterunser

Das Grundgebet der gesamten Christenheit

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

 
 
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Veranstaltungen

Hier gibt es Berichte und Fotos von unseren Veranstaltungen

Zum Gedenken an Herrmann Boßdorf

Am 24. September jährte sich der Todestag des Heimatdichters Herrmann Boßdorf zum 100. Mal. Zum Gedenken an Wiesenburgs wohl bekanntesten Sohn führten Juliane Heinrich und Frank Baacke interessierte Gäste an die Stätten seiner Kindheit. Während die jüngere Generation den Namen wohl nur als Straßennamen kennt, gibt es bei den älteren Einwohnern engere Beziehungen zum Dichter. Denn in Wiesenburg leben heute noch Nachfahren von Herrmann Boßdorf. Die Schwester des Künstlers heiratete in die Familie Beckmann ein. Viele aus der Familie leben heute noch in Wiesenburg oder haben eine ganz enge Beziehung zu ihrem Geburtsort. So hatten fast alle Nichten und Neffen ihres Ururgroßonkels Blumen dabei, um an ihn zu erinnern.

Mit Wiesenburg verband Herrmann Boßdorf, der aus kleinbürgerlichen Verhältnissen stammt, auch seine erste Liebe. Mariechen Heringslake hatte es Männe, wie er von der Familie genannt wurde, angetan. Täglich begleitete er sie durch die Pumphauslücke von der Schule nach Hause. Dort gab er ihr, trotzdem sie ständig ein Rotznäschen hatte, den ersten Kuss. Aber die Familie war absolut nicht einverstanden mit dieser ersten Liebe. Sein Onkel hatte ihn beobachtet und trat dieses Ereignis in der Familie breit. Männe wurde wegen seiner Liebe verspottet, besonders wegen dem Schmutznäschen. Seitdem bemerkte auch Herrmann Boßdorf das Schmutznäschen, was auch von Mariechen nicht unbemerkt blieb. Sie rächte sich bei einem Schulspiel, bei dem es um Hochzeiten ging, denn sie wählte nicht Männe als Bräutigam aus, sondern einen anderen Jungen. Trotzdem war diese Jugendliebe immer wieder ein Motiv in Herrmann Boßdorfs späteren Werken. Frank Braacke erzählte diese schöne Geschichte sehr eindrucksvoll. Der Leipziger hat schon verschiedene Führungen mit Juliane Heinrich gemacht. Als sie auf ihn zukam mit der Idee, eine Wanderung durch Wiesenburg zu Ehren des Dichters zu machen, sagte er zu. Und beschäftigte sich das vergangene halbe Jahr mit dem Künstler, den er vorher nicht kannte. Der Gedanke des Rundgangs an sich entstand durch einen Beitrag im Parkjournal. Der Fläming war immer wieder Inspiration in seinen Werken, was das schöne Gedicht „Fläminghügel“ zeigt.

Aber auch der Park selbst war immer wieder Inspiration für Herrmann Boßdorf. Besonders die Feste der Herrschaft, zu der immer alle Kinder eingeladen wurden, waren ihm in bester Erinnerung. Und das auch noch, als er mit seinem Eltern längst in Hamburg lebte. Dort ging er zur Schule und machte eine Lehre zum Telegraphenassistent. Dabei lernte er Dänisch und Schwedisch. Dadurch war er in der Lage, Werke nordischer Autoren in den Originalsprachen zu lesen. Weil sein Beruf ihn stark beanspruchte, litt seine Gesundheit zusehends. 1917 wurde er  in den Ruhestand versetzt. Er starb jung, bereits im Alter von 40 Jahren. Wer weiß, welche schönen Gedichte und Erzählungen er sonst noch geschrieben hätte. Noch auf dem Totenbett schrieb er ein Gedicht für seine Frau.

1899 lernte Herrmann Boßdorf seine zukünftige Frau kennen und fand in ihr eine Seelenverwandte. Leider blieb die Ehe kinderlos. Aber sie bestärkte ihn darin, seine Werke zu veröffentlichen. Er schrieb Dramen und Gedichte, ehe die von Adolf Bartels in Gang gesetzte „Diskussion um die 'Erbschaft' Fritz Stavenhangens“ sein Interesse am Plattdeutschen als Literatursprache weckte. Es entstand das Drama „De Fährkrog“, welches am Ohnsorg Theater Hamburg uraufgeführt wurde. Dieses Drama hatte eine gewaltige Wirkung, so dass Herrmann Boßdorf auf Anregung von Richard Ohnsorg weiterhin Werke in Plattdeutsch schrieb. Liebhaber des Ohnsorg-Theaters und der Ausnahmenkünstlerin Heidi Kabel sind diese Werke gut bekannt. Sie werden auch heute noch gelegentlich aufgeführt.

Aber Hermann Boßdorf war auch ein begabter Maler und Zeichner. Einige seine Bilder präsentierte Juliane Heinrich auf dem Rundgang, ehe es in die Kirche ging. Herrmann Boßdorf liebte den Glockenklang, ist er doch sozusagen unter den Kirchenglocken geboren. Und er liebte rote Nelken. Vor dem Geburtshaus Herrmann Boßdorfs steht ein Gedenkstein. Dort legten Nachkommen und Initiatoren des Rundgangs rote Nelken nieder. Auch Wiesenburgs Ortsvorsteher würdigte das Schaffen des Künstlers mit einem Gesteck. In der Kirche rezitierte Pfarrer Stephan Schönfeld eines von Boßdorfs plattdeutschen Gedichten, der Flämingchor aus Görzke unterhielt passend musikalisch. Als Erinnerung hatte Juliane Heinrich das Gedicht mit einem Sträußchen Heidekraut für jeden Gast vorbereitet. Und dann konnten sich alle auf die Vorführung des Dramas „De Fährkrog“ freuen.

 

Erinnerungen nach  50 Jahren

Vor 50 Jahren wurden Jugendliche aus dem damaligen Pfarrsprengel Reetz mit der Konfirmation in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen. In einem feierlichen Gottesdienst blickten alle nun noch einmal zurück auf diesen Tag. Dazu hatte Pfarrer Stephan Schönfeld in die Reetzer Kirche eingeladen. Erika Lehmann aus Reetz hatte, wie in den vergangenen Jahren auch, die Adressen der Konfirmanden ausfindig gemacht und diese eingeladen. Begleitet wurde die Feierstunde vom Wiesenburger gemischten Chor und Kantor Winfried Kuntz an der Orgel. Pfarrer Stephan Schönfeld erinnerte darüber hinaus an das, was im Jahr 1971 noch so passiert war. Den meisten in Erinnerung wird wohl noch der Rücktritt von DDR-Politiker Walter Ulbricht sein. Wie diese Sache wirklich abgelaufen ist, erfuhren viele erst nach der Wende.

„Heute blicken wir, wie Autofahrer, einmal in den Rückspiegel“, so Pfarrer Schönfeld, „denn wenn man jung ist, hat man andere Ansprüche an Gott.“ Hat er sich nun als Wegbegleiter erwiesen? Im Konfirmandenunterricht beim damaligen Pfarrer Günther Thal versuchten die jungen Menschen, Gott auf die Spur zu kommen. „Wir waren an den Nachmittagen meiste am Fußballspielen“, erinnert sich Heinz Kiep aus Reppinichen. Pfarrer Thal kam zum Konfirmandenunterricht immer mit dem Fahrrad in den Ort. „Kommts Jungs“, hieß es dann in seiner unnachahmlichen Art. Aber er war auch streng. Das Chaos bei den Vorbereitungen gefiel ihm gar nicht. „Er wollte uns gar nicht konfirmieren, weil wir nicht gehört haben“, schmunzelt Gudrun Woitas heute. Natürlich tat er es doch. Aber er war sehr resolut, alles musste klappen. Fred Lierka hatte sogar seine originale Konfirmandenurkunde mitgebracht.

Zur Erinnerung an das  jährige Jubiläum erhielten die ehemaligen Konfirmanden eine Urkunde und das feierliche Abendmahl. Dann ging es zu einer gemütlichen Kaffeerunde nach Wiesenburg, wo viele Erinnerungen ausgetauscht wurden.

Lichtergottesdienst in Reetz

Am 1. Advent wurde in den vergangenen 12 Jahren immer die Adventszeit mit einem kleinen Weihnachtsmarkt und dem Adventssingen in der Kirche eingeläutet. Aber in diesem Jahr ist alles anders. Der Adventsmarkt wurde coronabedingt abgesagt. Auch das Adventssingen konnte auf Grund der verhängten Auflagen nicht stattfinden. So hatte sich Pfarrer Stephan Schönfeld entschlossen, einen Lichtergottesdienst in der Reetzer Kirche abzuhalten.

Sie Kirche ist groß genug, um die Abstandsregeln einhalten zu können. So war am Sonntagabend nicht nur der von Günter Laengner bereit gestellte Weihnachtsbaum schon geschmückt, sondern in der Kirche erstrahlten auch zusätzliche Lichter. Mit Weihnachtsmelodien begleiteten Thekla Schönfeld an der Orgel und mit der Flöte, Helen Schönfeld an der Geige und Pfarrer Stephan Schönfeld mit der Gitarre den Gottesdienst. „ Der Gottesdienst soll das Licht der Adventszeit ins Blickfeld rücken, das die dunkelste Zeit des Jahres symbolisch mit der Ankunft (lateinisch Advent) von Jesus in unserer Welt mit Hoffnung erfüllt“, so Pfarrer Schönfeld. So wurde offiziell die Adventszeit eingeläutet.

 

Hubertusmesse in Zipsdorf

Orgelkonzert in Wiesenburg

Schiefe Töne beim Musizieren sind Künstlern ein Graus. Noch schlimmer ist es jedoch, wenn man eigentlich richtig spielt, es sich aber trotzdem falsch anhört. Dann liegt der Grund meist daran, dass das Instrument nicht richtig gestimmt ist. Was eigentlich auch kein Problem ist, es sei denn, äußere Umstände verhindern ein richtiges Stimmen. So war er bei der Orgel in der Wiesenburger Kirche. Die vergangenen beiden trockenen Sommer haben dem Instrument arg zugesetzt. Das Problem ist die Trockenheit in vielen Kirchen auf Grund des Klimawandels. Im Pfarrbereich Wiesenburg musste in der Vergangenheit die Einweihung von zwei sanierten Orgeln in Reetz und Schlamau verschoben werden, weil das Holz sich durch die Trockenheit zusammenzog. Damals wurden auch einige Maßnahmen empfohlen, mit jedoch nur geringer Wirkung. Dazu zählen das Aufhängen nasser Bettlaken oder wiederholtes feuchtes Wischen der Kirche.

 

 

In Wiesenburg machte das eine Reparatur an den Windladen und anschließend eine umfassende Neustimmung nötig. Ausgeführt wurde diese von der Orgelbaufirma Schuke. „Im November 2019 wurde die Orgel gestimmt, was alle paar Jahre geschehen muss. Dabei wurde von dem Mitarbeiter der Firma Schuke Risse in einigen Holzteilen entdeckt, die zur Folge haben, dass der Winddruck schnell wieder abfällt. Dies betraf unter anderem die Windladen, also Kästen, die den Winddruck aufnehmen und an die Pfeifen weitergeben. Die Risse sind wohl in den letzten beiden extrem trockenen Sommern entstanden, in denen die Luftfeuchtigkeit in der Kirche ungewöhnlich niedrig war. Dies hatte zur Folge, dass die Pfeifen nicht genügend Luft bekamen. Sie werden dann nicht nur leiser, sondern verändern auch ihre Tonhöhe, so dass eine Stimmung der Orgel unmöglich ist. Es wurde vereinbart, im Frühjahr diesen Jahres die Schäden zu beseitigen und die Orgel dann neu zu stimmen. Dazu gab es einen Spendenaufruf und ein Benefizkonzert. Die Spenden betrugen über 1000 €, womit Reparatur und Stimmung fast vollständig bezahlt werden konnte“ informierte Pfarrer Stephan Schönfeld.

Hartmut Beyer von der Firma Schuke führte die Arbeiten  durch. Die gerissenen Stellen wurden zum Teil mit Leder geklebt. Daneben wurde die Steinlast auf dem Blasebalg etwas erhöht, um den Winddruck zu erhöhen. Anschließend konnte die Orgel neu gestimmt werden. Hartmut Beyer ist froh, dass die Reparatur gelungen ist, wie er in seinen kurzen Einführungsworten vor dem Orgelkonzert am vergangenen Samstag in der Marienkirche erzählte. Und auch glücklich, bei den ersten Tönen dabei sein zu dürfen.

 

Die wiedergewonnen Klangfülle hat die Kirchengemeinde nämlich zum Anlass genommen ein Orgelkonzert zu veranstalten. Dafür konnte Professor Klaus Eichhorn aus Berlin gewonnen werden, einem ausgesprochenen Kenner der Orgelmusik aus der Erbauungszeit der Wiesenburger Orgel. Er war der Orgellehrer von Thekla Schönfeld, so dass immer noch gute Kontakte bestehen. Professor Klaus Eichhorn spielt Werke von Dietrich Buxtehude, Georg Böhm und Johann Sebastian Bach, wie sie  schon vor 250 Jahren auf dieser Orgel gespielt worden sein könnten.

Die Wiesenburger Orgel ist ein wahres Schmückstück. Sie wurde 1755 von J. E. Hübner aus Wittenberg erbaut. Sie befindet sich auf der Empore an der Westseite des Hauptschiffs. Eine schwarze Tafel mit goldener Schrift erzählt von ihrer Geschichte. Eine erste Orgel hatte die Kirche bereits  im Jahre 1696 erhalten, erbaut von Christoph Donath aus Leipzig. Einige Teile der Vorgängerorgel sind auch erhalten geblieben. Die Orgel hat heute 17 Register auf zwei Manualen und einem  Pedal. Sie wurde mehrfach restauriert und gestimmt. Durch zahlreiche Spenden konnte die Kirchengemeinde im Frühjahr 1999 notwendigen Reinigungsarbeiten an der Orgel durchführen lassen. Dabei ist es vor allem Werner Oeler zu verdanken, dass so viel Geld zusammenkam. Er ging damals von Haus zu Haus und bat um Spenden. Den größten Anteil hatte dabei die Mittelbrandenburgische Sparkasse mit 20.000 D-Mark. Die Orgel wurde gereinigt, neu gestimmt und es konnte auch der Balg mit neuem Leder bezogen werden. Werner Oeler bespielt das Instrument auch regelmäßig ehrenamtlich. Und jetzt kann man sie wieder in ihrer vollen Klangstärke hören.

 

 

 

 

 

Hubertusmesse in Zipsdorf

Der 3. November ist der Tag des heiligen Hubertus, des Schutzpatrons der Jäger. Aus diesem Anlass fanden in der Region mehrere Gottesdienste statt, so auch In Zipsdorf bei Reetz. Unter der 730 Jahre alten Eiche hatten sich viele Gläubige, aber auch nicht Gläubige versammelt, um dem Heiligen zu gedenken. Umrahmt wurde der Gottesdienst von den Reetzer Jagdhornbläsern, musikalisch begleitet von Mitgliedern des Posaunenchors der evangelischen Kirchengemeinde Brück.

Dabei weiß man nur wenig von ihm, erzählte Pfarrer Stephan Schönfeld in seiner wirklich ansprechenden und zum nachdenken anregenden Predigt. Im Jahr 727 ist er verstorben. Wahrscheinlich ist er 20 Jahre zuvor Bischof von Maastricht geworden und davor ein Edelmann gewesen, der sich unter anderem auch aufs Jagen verstand. Was ist dran an diesem Hubertus, dessen Gedenktag der dritte November ist? Uralte Legenden ranken sich um diesen Mann.

„Vielleicht ist das der Grund dafür, warum wir auch zu Beginn des dritten Jahrtausends auf diese uralte Legende zurückkommen. Hubertusmessen wurden früher und werden heute wieder gern gefeiert“, so Pfarrer Schönfeld.

Hubertus, so berichtet die Legende, ist verheiratet. Er ist begütert und geht wie andere seiner Stellung auch in seiner Freizeit der Jagd nach. Seine Frau ist schwanger. Hubertus erwartet den Erben. Seine Frau stirbt bei der Geburt. Und sie reißt den erhofften Erben mit in den Tod. Um sich abzureagieren, geht er auf die Jagd und verfolgt einen Hirsch. Als er ihn erlegen will, erscheint im Geweih des Hirsches ein Kreuz. Dadurch wurde Hubertus angeblich bekehrt.

Einer Erzählung nach ließ er sich nach der Erscheinung des Kruzifixes im Geweih des gejagten Hirsches taufen und schwor der Jagd ab und wurde vom leidenschaftlichen Jäger zum Nichtjäger. Andere Quellen berichten, der vorher als brutal und zügellos geschilderte Hubertus habe sich nach der Erscheinung vom „wilden Heiden“ zum christlich-gemäßigten Jäger gewandelt. Christlichen Jägern gilt die Hirschlegende seither als Vorbild der Mäßigung und Ansporn zur waidgerechten Jagd gemäß der waidmännischen Losung: den Schöpfer im Geschöpfe ehr[en], wie sie Oskar von Riesenthal in seinem Lied „Waidmannsheil“ (1880) formulierte.(Quelle:Wikipedia)

 

 

 

 

 

 

Lutherfest in Brück/Rottstock

Zum Lutherfest am Reformationstag konnte Pfarrer Helmut Kautz als Gast am Gottesdienst in seiner eigenen Kirche teilnehmen. Der Gottesdienst wurde nämlich von seinen Kollegen Pfarrerin Christine Moldenhauer, Pfarrer Daniel Geißler und Pfarrer Stephan Schönfeld gestaltet. Und es ging natürlich – wie sollte es anders sein – um Martin Luther. Dabei zeigte sich auch wieder, dass Kirche nicht unbedingt bierernst sein muss. Es darf auch ruhig gelacht werden. Und das wurde ausgiebig, denn Pfarrer Daniel Geißler zeigte wieder einmal sein schauspielerisches Talent. Vor den vollbesetzten Kirchenbänken spielte er gemeinsam mit Pfarrerin Christine Moldenhauer Szenen aus dem Leben des Martin Luther.

Ganz speziell ging es um die Vorbereitung eines Gottesdienstes, an der Luther bis spät in die Nacht saß, dabei sang und musizierte und natürlich die Kinder aufweckte. Die Besucher des Gottesdienstes konnten sich wirklich in die Lage Luthers versetzen und wer Pfarrer Daniel Geißler kennt weiß, das ganze ging nicht ohne Humor ab. Die Szene war nicht etwa aus der Luft gegriffen, so könnte es wirklich abgelaufen sein. Das Familienleben der Luthers gestaltete sich eh etwas anders, als in anderen Familien zu jener Zeit. Obwohl Luther zu den gut verdienenden jenes Zeitalters zählte, war  nie ein großes Vermögen da. Kein Wunder, lud er doch beispielsweise ganz spontan 30 seiner Studenten zum Abendbrot ein. „Ich hoffe, du hast genug zu essen da“ war das einzige, was er seiner Frau dazu sagte.

Um die Bibel und Luther ging es anschließend auch auf dem Fest. Begrüßt wurden die Gäste mit verschiedenen, teilweise durchaus lustigen, Sprüchen zu Gott und dem Glauben. Am Eingang zum Hof konnte sich jeder einen Spruch auf einer Druckerpresse ausdrucken lassen. Diese stammte zwar nicht aus der Zeit, als von Gutenberg der Buchdruck erfunden wurde, sah aber fast genauso aus und arbeitete nach demselben Prinzip. Nur war sie etwas kleiner. Zuerst wurde die Farbe auf die Druckplatten aufgetragen, dann diese unter die Presse geschoben. Schließlich musste man mit einem Hebel Druck auf die Platten ausüben. Und das musste früher Blatt für Blatt wiederholt werden. Ein Job also für starke Männer. Und zeitaufwendig. Obwohl natürlich einfacher, als 1000 Bibelseiten mit der Hand zu kopieren. Und zwar mit Tinte und Feder. Im Bibelbus konnte sich die Besucher das damalige Schreibwerkzeug ansehen. Und in einer Kopie der Lutherbibel blättern. Die gibt es unter anderem auch in Blindenschrift. Und auf Hebräisch, was für die meisten nicht lesbar war. Man konnte aber auch etwas ganz besonderes bewundern, nämlich die wahrscheinlich kleinste Bibel der Welt. Diese wurde mit einem dünnen Elektronenstrahl auf einen vier mal vier Millimeter großen Quarzglaschip hergestellt. Die auf 1200 Seiten eingravierte Schrift ist erst ab einer 1400 fachen Vergrößerung lesbar. Da dies physikalisch fast nicht mehr beherrschbar ist, kann sie nur mit besonders teuren Spezialmikroskopen gelesen werden.

Trotz der niedrigen Temperaturen herrschte auf dem Hof des Gemeindehauses reges Treiben. Die Kinder freuten sich besonders über das alte Karussell, man konnte sich im Bogenschießen versuchen und Drechselarbeiten bewundern. Christina Zesche hatte wieder ein Programm vorbereitet, welches mit Spannung erwartet wurde. Und die Mittelalter-Tanzgruppe „Flämurium“ erfreute alle mit ihren Tänzen.

 

Gottesdienst auf Flämingisch-Platt

„He passt up di up“, verspricht die Bibel Gottes Beistand. Und das nicht nur im Norden Deutschlands, wo man „Plattdütsch“ noch öfter zu hören bekommt . Auch im Fläming wird plattdeutsch gesprochen, das flämingisch Platt. Wenn es auch von Dorf zu Dorf kleine Unterschiede gibt. Gesprochen wird es hauptsächlich von den älteren Einwohnern. So besteht die Gefahr, dass diese Sprache in Vergessenheit gerät, wenn sie nicht bewahrt wird. Jedoch wird es in vielen Familien in Reppinichen noch gesprochen und auch die kleinen Kinder lernen es noch. Das ändert sich meist erst, wenn sie in die Schule kommen. Auch in der Familie von Silvana Prawitz spricht man Platt, vor allem Großvater Erich Kiep. Da wurden die Enkel oft aufgefordert: „Sach mal Opa, er soll äten kommen“. Und der Knirps rannte los, gab es genauso wieder und holte Opa an den Mittagstisch.

Auch für Pfarrer Stephan Schönfeld war Platt etwas Neues, als er die Pfarrstelle in Wiesenburg antrat. Aber er bemerkte, dass viele der Gottesdienstbesucher noch Platt sprechen. Er selbst hat eine große Liebe zur niederländischen Sprache und stellte viele Gemeinsamkeiten fest. Das Platt war aber die eigentliche Sprache im Fläming. Das Hochdeutsche hat sich erst vor etwa 1500 Jahren abgespalten. Mitgebracht wurde das Plattdeutsch von Siedlern im 12. Und 13. Jahrhundert. Inzwischen sprechen diese Sprache nur noch wenige. Das war zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch anders. Da kamen die Kinder in die Schule und konnten kein Hochdeutsch sprechen. Dennoch gehört Flämingisch Platt zu unserer Landschaft, wie die Feldsteinkirchen, so Pfarrer Schönfeld in seinen Ausführungen.

Durch all diese Einflüsse und Begegnungen mit der Sprache entstand die Idee, einen Gottesdienst in Plattdeutsch abzuhalten. Er nahm zu einem Netzwerk Kontakt auf, dass sich um Gottesdienste in dieser Sprache kümmert. Mit Hilfe von älteren Gemeindemitgliedern wurden Texte und Predigt sozusagen übersetzt. Noch am Abend vorher war er bei Erika Lehmann in Reetz, um das Vaterunser zu übersetzen. „Aber ich spreche ein erbärmliches Platt“, gesteht der Pfarrer. So hat er sich für den Gottesdienst Hilfe geholt.

So las Gisela Schindelhauer eine Geschichte über das Aussteinen von Pflaumen. Dazu trafen sich die Frauen zum gemeinsamen „Plumen utbräken“ und über den neusten Dorfklatsch zu reden. Gab es mal nichts neues, wurden einfach Witze erzählt, so dass es immer lustig war. Und natürlich gab es nach getaner Arbeit Kaffee und Kuchen.

Christel Deterling hatte sich die Geschichte der verbummelten Lesebrille für die Küche herausgesucht. Nachdem erst der Vater verdächtigt wurde, sie an sich genommen zu haben – er konnte damit auch lesen- nahm der Fall eine außergewöhnliche Wendung. Lissi hatte sich die Brille mit hinaus genommen. Allerdings war Lissi eine Hundedame. Erika Lehmann erzählte schließlich auf Platt von ihrer Konfirmation und deren Vorbereitung. „Da war die Kirche noch voll, nicht nur ein paar Leute wie es heute ist“, sagte sie.

Die Lieder des Gottesdienstes kamen aus einem plattdeutschen Gesangsbuch, aber mit bekannten Melodien, die jeder mitsingen konnte. Und vielleicht wird dieser etwas andere Gottesdienst ja auch in anderen Kirchen der Region wiederholt.

 

Eröffnung des Seefestes Jeserig in der Kirche

Die kleine Kirche in Jeserig/Fläming ist bekannt für ihre schöne Akustik. Neben verschiedenen Veranstaltungen wird dort auch in jedem Jahr das Jeseriger Seefest eröffnet. So konnten die Gäste auch diesmal ein wunderschönes Programm erleben, an dem sich auch Einwohner des Ortes mit Gedichten beteiligt haben. Der Kirchenchor Wiesenburg präsentierte mit seinen tollen Stimmen wunderschöne Lieder.

 Helen Marie Schönfeld spielte gemeinsam mit Mama Thekla auf ihrer Geige und wurde mit viel Beifall belohnt. Mit Thekla Schönfeld ging es an der Orgel durch eine musikalische Zeitreise durch die Orgelmusik. Neben klassischer Orgelmusik präsentierte sie auch modernere Stücke. Und erzählte wissenswertes zu den Komponisten.

Wie über Dieterich Buxtehude. Dieser war 1668 Organist in Lübeck. Zur gleichen Zeit hatte auch schon Johann Sebastian Bach sein Schaffen begonnen. Er war begeistert von Buxtehude, so dass er 400 Kilometer von Arnstadt nach Lübeck zu Fuß zurück legte, um sein musikalisches Vorbild zu hören. Nach dem Tod von Buxtehude bewarb er sich sogar als dessen Nachfolger. Die Sache hatte allerdings einen Haken – gleichzeitig musste die Tochter des Verstorbenen geheiratet werden. Bach war damals noch ein junger Mann, die Tochter schon etwas älter, so dass er dann doch das Angebot ausschlug.

Für die Auswahl der Gedichte zwischen den musikalischen Darbietungen war Regina Schöneberg verantwortlich. Meist waren es lyrische Darbietungen. André Queling hatte sich jedoch etwas Besonderes herausgesucht. Er präsentierte eine Ballade vom Heimatdichter Hermann Boßdorf. Vor allem deshalb, weil die Geschichte der Ballade in Jeserig ihren Ursprung hatte. Da prahlte nämlich ein Bauer aus Reetz im dortigen Gasthof, er würde den Burgherrn ganz allein aus dem Dorf jagen. Natürlich erfuhr dieser davon und machte sich auf den Weg nach Reetz, um selbiges mit diesem zu tun. Als der Herr an die Tür des Bauern klopfte, hatte dieser eine Idee.

Gerade war sein Vater gestorben und war unter einem weißen Leichentuch zu Hause aufgebahrt. Schnell tauschte der Bauer mit dem Verstorbenen den Platz. Seine Frau erklärte dem Herrn den Tod ihres Mannes. Darüber war dieser hocherfreut, bis plötzlich der besagte Tote die Hand hob und zu sprechen anfing.  Der Herr war so erschrocken, dass er fluchtartig das Dorf verließ. So hatte der Bauer sein waghalsiges Versprechen eingelöst.

Aber der Abend wurde auch genutzt, um einigen Bürgern von Jeserig Dank zu sagen. Pfarrer Stephan Schönfeld nutze die Gelegenheit, sich bei Ernst Neuendorf und Manfred Albrecht für den Bau des neuen Zauns rund um Friedhof und Kirche zu bedanken. Beide erhielten einen guten Tropfen Wein, dekoriert mit einem Zaun in Miniformat.

Auch Ingrid Weinholz wurde für ihr jahrelanges Engagement für die Kirche mit einem Blumenstrauß geehrt.

Für die kleine Kirche stehen Veränderungen an. Viele Einwohner beklagen, dass sie die Kirchenglocken nicht hören. Diese befinden sich unter dem Dachstuhl, denn der Turm musste 1954 angerissen werden, da er baufällig war. Auch das Glockengestühl muss zwingend erneuert werden. Ebenso sind Restaurierungsarbeiten an den Glocken nötig. Während die älteste aus dem 15. Jahrhundert noch in Ordnung ist, besteht bei der jüngsten aus dem Jahr 1966 Instandsetzungsbedarf. Pfarrer Stephan Schönfeld informierte, dass noch in diesem Jahr entschieden werden soll, wie es weiter geht. Spenden werden jetzt schon gesammelt. Und vielleicht bekommt die kleine Kirche wieder einen, wenn auch kleinen, Glockenturm.

 

 

Goldene Konfirmation in Reetz im Mai 2016

Nach 50 Jahren erhielten die Goldkonfirmanden noch einmal den Segen von Pfarrer Stephan Schönfeld. Viele Erinnerungen wurden wach und beim gemeinsamen Kaffee trinken ausführlich ausgetauscht.

Taufen in der Osternacht

Es war dunkel, als in der Osternacht in Wiesenburg der Gottesdienst begann, bis in Innern der Kirche nach der Ostergeschichte die Kerzen gegenseitig entzündet und der Raum erhellt wurde. Im Lichte dieser Botschaft wurden die Konfirmandinnen Madleen Rospek, Louise Jarke und Olga Seeger getauft. Als alle die Kirche wieder verließen, war es draußen hell und der Ostermorgen war angebrochen.

Gottesdienst zu Himmelfahrt im Spring

 

Der Gottesdienst unter freiem Himmel im Spring am Hilmmelfahrtstag fand in diesem Jahr das erste Mal auf der großen Wiese der Familie Runde statt. Im Mittelpunkt dort steht ein Wegekreuz auf einem großen Findling.

Weltgebetstag 2016

Im Mittelpunkt des diesjährigen Weltgebetstages stand Kuba. Am vergangenen Freitag wurde dieser auch in Wiesenburg gefeiert. Pfarrer Stephan Schönfeld hatte dazu in das Gemeindehaus eingeladen und freute sich über die zahlreichen Gäste. Begonnen wurde mit einem Bildervortrag über die Insel. Sie galt Jahrzehnte lang als sozialistisches Bollwerk gegen den Kapitalismus. 1492 von den Spaniern erobert wurde bei weiteren Feldzügen ein Gro0teil der Bevölkerung niedergemetzelt. Für die Arbeit auf den Zuckerrohrfeldern wurden Sklaven aus Afrika verschleppt. Kubas litt stets unter fremden Herrschern wie Spanien und der USA. 1868 wurde Kuba „unabhängig“ – wohl nur auf dem Papier, denn die USA sicherten sich mit dem Platt-Amendment uneingeschränkten Einfluss. Der mächtige Nachbar erhielt zwei Militärstützpunkte, von denen die USA Guantánamo mit dem umstrittenen Gefangenenlager bis heute betreiben.

Nach der Revolution übernahm 1959 Fidel Castro die macht und verstaatlichte den Privatbesitz. Darauf hin verhängte die USA ein Handelsembargo, welches Kuba sozusagen in die Hände der damaligen Sowjetunion trieb. Der Konflikt eskalierte 1962 in der Kubakrise, als der russische Präsident Nikita Chruschtschow atomare Mittelstreckenraketen auf Kuba stationieren wollte. Der Beginn eines Dritten Weltkrieges konnte nur durch einen Kompromiss zwischen US-Präsident John F. Kennedy und Chruschtschow beigelegt werden.

Offiziell sind die Frauen dort gleichberechtigt. Kitas und Schulen sind kostenlos wie grundlegende ärztliche Versorgung. Ob der Staat diese Leistungen weiterhin kostenlos anbieten kann, ist fraglich. Zumindest sieht man einer Normalisierung der Beziehungen zu den USA entgegen.

Vielen ist Kuba als ein Urlaubsland ein Begriff, besonders ehemaligen DDR- Bürgern. War es doch das einzige außereuropäische Land, in das sie reisen durften. Das Kreuzfahrtschiff „Völkerfreundschaft“ war auch das einzige, das während der Kubakrise im Hafen der Hauptstadt Havanna festmachen durfte.

Zur Liturgie des Weltgebetstages gehören Ausführungen der kubanischen Frauen über ihr Leben und natürlich Lieder. In diesen spiegelte sich deutlich der Kubanische Rhythmus wieder. Die Melodien waren eingängig und konnten fast sofort von allen mitgesungen werden. Die gesammelten Spenden des Tages gehen an die verschiedenen Projekte weltweit, mit denen Frauen und Mädchen gestärkt werden sollen. Den Abschluss der Wiesenburger Veranstaltung bildeten ein gemeinsames Essen nach traditioneller kubanischer Art und viele Gespräche.

 

Krippenspiel in Wiesenburg

Martinstag in Wiesenburg

Diamantene Konfirmation in Reetz 2015 - unter Aktuell gibt es mehr!

Orgelkonzert in Reetz im Rahmen 48 Stunden Fläming 2015

Violinkonzert in Wiesenburg

Goldene Konfirmation in Reetz im Mai 2015

Himmelfahrt in Spring 2015

 

Weltgebetstag 2015

Die Chorerfahrung einiger Sänger auf der Feier des Weltgebetstages im Wiesenburger Gemeinderaum war deutlich zu spüren. Der mehrstimmige Gesang hat alle Anwesenden begeistert. Der kleine Chor wurde als Projekt zum Weltgebetstag ins Leben gerufen. Thekla Schönfeld hofft jedoch, diesen für weitere Veranstaltungen und Gottesdienste der Gemeinde erhalten und auch erweitern zu können. Wer also Interesse hat, mitzusingen, kann sich bei der evangelischen Kirchengemeinde in Wiesenburg melden.

Die Feier zum Weltgebetstag war gut besucht. Pfarrer Stefan Schönfeld stimmte mit einem kleinen Lichtbildervortrag auf die Bahamas ein. Dieses Land stand in diesem Jahr im Mittelpunkt des Weltgebetstages.






 

 
 
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