Evangelische Kirchengemeinde

            Wiesenburg

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  Unsere Kirchen

 

Das Vaterunser

Das Grundgebet der gesamten Christenheit

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

 
 
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Kirchen

Auf dieser Seite werden die einzelnen Kirchen der Orte in Wort und Bild vorgestellt.

Kirche Reetz

aus der Reetzer Chronik von John Shreve

Gebaut wurde die Reetzer Kirche, wie alle Dorfkirchen dieses Typs, zwischen 1190 und 1250. Gelernte Maurer und Steinmetze, die in der Lage waren, mit dem spröden Granit zu arbeiten, führten die Arbeiten aus. Die großen Granitfindlinge mussten zu Quadern verschiedener Größe behauen werden. Es ist nicht bekannt, wie der ursprüngliche Dachstuhl der Reetzer Kirche aussah, aber Schindeldeckungen und Rohrdächer waren zu jener Zeit weit verbreitet. Altarraum und Apsis könnten denen der Dorfkirche Lübnitz ähnlich gewesen sein. Bei Renovierungsarbeiten wurde 1805 ein Fundament in runder Form gefunden.

Das Innere der Kirche war geputzt und der Raum mit flachen Balkendecken im romanischen Stil abgeschlossen. Im Raum befand sich ein Gestühl (das kam erst nach der Reformation) und der Altarblock war aus Feldsteinen gemauert. Der Fußboden war wahrscheinlich mit kleinen Steinen, Katzenköpfe genannt, gepflastert. Die Fenster waren schmal und hoch eingesetzt und gaben nur wenig Licht. Zunächst waren sie mit Tierhäuten, Schweinsblasen oder ähnlichem Material verspannt. Verglast wurden sie erst später. 

Die Kirche war von einem Friedhof umgeben, der wiederum von einer Feldstein- oder Ziegelmauer umfriedet war. Auch nach dem Tod gehörten die Menschen zur Gemeinde Jesu Christi und sollten in unmittelbarer Nähe zu dem Kirchenraum liegen, in dem die heilige Messe gelesen wurde. Welchem Heiligen die Reetzer Kirche gewidmet wurde, ist nicht bekannt. 

Von den Gebäuden in Reetz im Mittelalter ist lediglich die Kirche erhalten. Alle anderen sind verfallen, angebrannt oder abgerissen worden. Es ist daher unmöglich, sich ein genaues Bild von dem frühen Reetz zu machen. Die Bauhäuser jener Zeit waren meist fensterlos und hatten Strohdächer, die fast bis zur Erde reichten. Die Wände waren aus Holz und Lehm gebaut. Vom Osten her kam man höchstwahrscheinlich über die heutige Bergstraße nach Reetz. Demnach war die heutige Mahlsdorfer Straße die ursprüngliche Dorfstraße. 

 

Nach dem Wiederaufbau nach dem Dreißigjährigen krieg ist die Kirche mehrmals umgebaut worden. Im Sommer 1805 wurde sie vergrößert, ausgepflastert und geweißt. Die Kanzel wurde nach hinten gesetzt, der Predigerstuhl gebaut und 3 neue Fenster durchgebrochen. Der letzte größere Umbau war im Jahr 1854. Trotzdem fehlte der Reetzer Kirche immer noch ein Turm. Die neue Patronin der Herrschaft in Mahlsdorf sicherte die Finanzierung und 1905 wurde der Umbau mit Turm fertiggestellt.  Das 1821 erbaute Pfarrhaus wurde etwa zeitgleich neu errichtet. Ein genauer Termin der Fertigstellung konnte nicht ermittelt werden, man vermutet auf Grund der Bezahlung des Maurermeisters 1908. Nach dem 2. Weltkrieg und mit Gründung der DDR wurde die Position der Kirche immer schwieriger. Es wurden zwar noch Bibelstunden abgehalten, aber die Teilnehmerzahl ging zurück. Ein Vertreter der neuen Staatsmacht wollte die Kirche sogar in einen Schafstall umwandeln. Die Nachwirkungen sind auch heute noch zu spüren. die meisten Kirchgänger, von Festtagen wie Weihnachten und Ostern einmal abgesehen, sind älteren Jahrgangs. Trotz allem muss man sagen, dass das Kirchenleben wieder einen Platz in der Gemeinde gefunden hat.

Die Kirche selbst ist eine Sehenswürdigkeit und einen Besuch wert - auch in Vorausschau der Deutschen Wandertages 2012. Bei Interesse sich diese alte Kirche anzusehen, bitten wir Sie sich telefonisch bei Uwe Friedrich unter der Telefonnummer 033849/50668 zu melden.

Kirche Jeserig

Die Dorfkirche zu Jeserig ist ein spätromanischer Feldsteinbau, gegliedert in Saal, rechteckigen Chor und Apsis. Ursprünglich hatte unsere Kirche wahrscheinlich keinen Turm, sondern für die Glocken nur ein neben der Kirche errichtetes Glockenhaus. In den Jahren 1829/30 aber wurde ein Turm errichtet, der jedoch 1954 wegen Baufälligkeit wieder abgerissen werden musste.

Seitdem befindet sich ein Glockenstuhl mit zwei Glocken auf dem Dachboden des Kirchenschiffs am Westgiebel über der Orgel. Eine Glocke ist aus dem 15 Jahrhundert und trägt folgende

Inschrift:

Maria bin ik ghenant allen cristen selen to trost ghesant.

Anno dni MCCCCLXIX. (= im Jahr des Herrn 1469)

Hans Bedding me vecit. (= Hans Bedding hat mich gemacht)

Die sehr kleinen Fenster auf der Nordseite und in der Apsis sind wahrscheinlich in dieser Größe bauzeitlich, d.h. romanisch. Die Fenster auf der Südseite waren sicher ursprünglich auch so klein, sie sind bei umfangreicheren Renovierungsarbeiten in der Mitte des 19. Jahrhunderts vergrößert worden. Am Altaraufsatz ist ein Abendmahlsbild zu sehen, das 1857 von dem Wittenberger Maler Döring nach einem niederländischen Vorbild aus dem 16. Jahrhundert geschaffen wurde. Der um das Gemälde befindliche hölzerne Zierrahmen ist wesentlich älter (1693). Die hölzerne Kanzel stammt ursprünglich aus der Gertrauden-Kirche in Belzig und ist aus der Zeit um 1615. In den Feldern des Kanzelkorbs sind vier kleine Gemälde zu sehen: der kindliche Christus, das apokalyptische Lamm, der Sämann sowie Christus und die Samariterin.

 

Auf der Westempore befindet sich unsere Orgel, die im Jahr 1877 mit 2 Registern im Pedal und 7 Registern im Manual von dem Niemegker Orgelbauer Lobbes errichtet wurde. Im Sommer 2001 konnten wir unsere Orgel restaurieren lassen. Dabei wurden umfangreiche Tischlerarbeiten am Windkanal und am Pedal sowie die notwendigen Reinigungs- und Stimmarbeiten ausgeführt. Außerdem konnten die nach dem 1. Weltkrieg eingesetzten Zinkpfeifen im Prospekt wieder durch Zinnpfeifen ersetzt werden und auch das Orgelgehäuse erhielt seine ursprüngliche Farbfassung wieder. Wir sind froh und dankbar, dass sich unsere Kirche nun wieder in einen einladenden Raum verwandelt hat, denn nach den 1989 begonnenen Sanierungsarbeiten im Bereich der Decke und des Daches fehlten uns lange Zeit die finanziellen Mittel, um die

Arbeiten weiterzuführen. 1994 musste kurzfristig ein starker Schwammbefall in der Winterkirche beseitigt werden – dies betraf eine Trennwand samt Stützpfeiler sowie den gesamten Fußbodenbereich der Winterkirche. 1996 konnten wir dann unser Pfarrhaus verkaufen, das die

Kirchengemeinde nach dem zweiten Weltkrieg erst erworben hatte zwecks Errichtung einer zusätzlichen Pfarrstelle in Jeserig wegen der vielen Flüchtlinge und dementsprechend vielen

Gemeindeglieder in der damaligen Zeit. So hatte die Kirchengemeinde nun ein gewisses Eigenkapital, das wir zur Aufbringung des Eigenanteils bei Bereitstellung von Fördergeldern für weitere Sanierungsarbeiten nutzen konnten. Im Jahr 1999 erhielten wir Fördergelder aus dem Programm zur Dorferneuerung, so dass wir das Feldsteinmauerwerk außen neu verfugen lassen konnten, z.T. neue Fenster einbauen lassen, Risse in der Apsis beseitigen und den für Statik notwendig gewordenen Zuganker einbauen lassen konnten. Im Jahr 2000 konnten wir durch die Bereitstellung von Fördermitteln durch die Untere Denkmalschutzbehörde mit den

Innenarbeiten fortfahren.

Bei Interesse bitten wir Sie telefonisch mit der Familie Gensch unter der Nr.033849/51729 in Kontakt zu treten.

Kirche Medewitz

Die Kirche ist ein rechteckiger Bau aus Feld- und Mauersteinen und wurde im Jahre 1713 von der Familie  Hans Friedrich Brandt von Lindau wieder fast vollständig aufgebaut. 

Die Kirche in Medewitz wurde im 14.Jahrhunder als Feldsteinkirche gebaut. Im 30-jährigen Krieg wurde sie zerstört. 1713 ließ der Fürst Hans Friedrich Brandt von Lindau die zerstörte Kirche wieder aufbauen. Dabei erhielt sie ihre heutige Barocke Form. Im Inneren der Kirche befindet sich ein wunderschöner hoher Altar mit einer sehr alten Sanduhr und Fürstenstühle. An der Wand befinden sich zwei Heiligenfiguren aus dem 14. Jahrhundert, die die heilige Maria mit dem Jesus und der heilige Sebastian darstellen. Der Taufstein ist von 1703 und steht in der heutigen Winterkirche. Die Kirchengemeinde bemüht sich zur Zeit die nötigen Finanzen zusammen zu bekommen, um den Turm und das Dach zu sanieren. Dankbar sind wir daher für alle Spenden die wir zum Erhalt des Gebäudes erhalten. Die bisher eingegangenen Spenden sind als Rücklage für die Sanierung zurückgelegt, sodass sie ausschließlich für die Arbeiten an der Kirche in Medewitz verwendet werden.

Im Inneren der Kirche befindet sich ein wunderschöner hoher Altar  mit einer sehr alten Sanduhr. An der Wand befinden sich zwei Staturen aus dem 14. Jahrhundert die die heilige Maria mit Kind und der  heilige Sebastian darstellen.  Die beiden Holzfiguren stammen ursprünglich nachweislich aus der Kirche in Reetz und sind eine Leihgabe der Reetzer Kirche an die Kirche in Medewitz.  

 

Wir hoffen wir haben ihr Interesse geweckt und bitten Sie sich telefonisch bei der Familie Müller unter der Nr. 033849/51702 zu melden, um die Kirche zu besichtigen.

Kirche Reppinichen

Reppinichen ist ein Straßenangerdorf mit spindelförmigen Anger und die Kirche befindet sich auf dem Anger. Im 30 jährigen Krieg wurde das Dorf verwüstet und im Jahre 1701 wurde die Kirche von Benno Friedrich Brandt von Lindau dem Jüngeren wieder aufgebaut.

Die Dorfkirche ist eine Rechteckkirche aus gotischer Zeit wahrscheinlich 14 Jhd und überwiegend aus Feldsteinen erbaut, mit später angebauten , eingezogenen Westturm. Der  Turm  wurde 1880 aus Ziegelsteinen errichtet an Stelle des früheren hölzernen Turmes .Er befindet sich gegenüber dem Schiff und  der Turm sitzt mit seiner Ostwand auf der Westwand des Schiffes.

 

Das Glockengeschoss besitzt auf jeder Seite eine große Rundbogenarkade mit eingestellter Mittelsäule. In die Windfahne sind die Jahreszahlen 1880(Neubau des Turmes) und die Jahreszahl 1977 (Konstruktion von Turmdach und Spitze) eingraviert. Im Glockenturm befinden sich zwei Glocken  die in der Turmuhrenfabrik J.F.Weule in Bockenem a. Harz  im Jahre 1918 hergestellt wurden. In der Südseite befinden sich vier große rundbogige Fenster, wobei die beiden östlichen Fenster etwas breiter sind. Zwei der Fenster zeigen die Wappen derer von Bülow und von Goldacker in bunter Glasmalerei im Inneren des

Altarraumes und die Jahreszahl 1903.

 

Im Inneren des Altarbereiches befindet sich  ein wunderschöner Blockaltar der aus Steinen gemauert wurde, und an dem sich eine Seitenverkleidung aus Holz befindet. Der Altar und der Altaraufsatz sind aus dem Jahre 1903. Die Kanzel die sich über dem Altar befindet ist aus dem selben Jahr  wie der Altar  und ist ebenfalls aus Holz hergestellt wurden.

Der Taufständer ist sehr schlicht gehalten,da die  wertvolle Taufschale  ein Geschenk  von Konstanze von Bülow (geborene von Goldacker) aus dem Jahre 1903 ist und deshalb sehr Wertvoll für die Bewohner für Reppinichen. Ein besonderes Geschenk an die Menschen in  Reppinichen ist die wunderschöne Bibel gestiftet von der früheren Kaiserin Auguste Victoria im Jahre 1903. Gedruckt wurde die Bibel im Jahre 1898.

Ein Rundgang durch die Kirche ist sehr interessant und deshalb bei Interesse  bitte bei  Frau Schindelhauer unter der Nummer 033847/41158 melden.

Kirche Schlamau

Schlamau wird erst 1388 erstmals urkundlich erwähnt. Aufgrund der Mauerwerksausführung (lagig mit kleinen, ungequaderten Feldsteinen) ist ein früher Baubeginn anzunehmen, vielleicht sogar noch in der 2. Hälfte des 12. Jahrhundert. Das Schiff hat(te) vermutlich drei Fensterachsen. Im Chor war vermutlich nur je ein Fenster auf der Nord- und Südseite. Das Priesterportal befand sich in der Südwand des Chors, das Gemeindeportal in der Südwand des Schiffs. Wahrscheinlich gehörte auch ein Westportal zum ursprünglichen Bestand an Öffnungen.
Die Glocke datiert von 1469. Sie könnte in Zusammenhang mit der Errichtung eines neuen Dachturmes stehen. Ohne Hinweise im Dachstuhl der Kirche bleibt dies jedoch reine Spekulation.

1701/2 wurde die Kirche durch Hans Friedrich und August Friedrich von Brandt erneuert. Vermutlich stammen die Fenster und das Südportal aus dieser Zeit. Auch die Innenausstattung scheint fast vollständig nach diesem Umbau aufgestellt worden zu sein. 1740 erfolgte der Sakristeianbau an der Nordseite des Chors sowie wahrscheinlich auch der Gruftanbau an der Ostseite des Chors (Faehndrich, 1883). Dabei wurde die Apsis völlig ummantelt.1824 wurde eine Glocke umgegossen und etwas vergrößert. (Mehlhardt, 1976). 1868 wurde die Kirche renoviert und die Fenster verändert. Die Hälfte der Kosten wurden vom Patron übernommen.

 

Nach Faehndrich (1883) schenkten die vier Töchter des damaligen Gutsbesitzers je ein Fenster. Es ist aber unklar, was an den Fenstern verändert wurde, vielleicht wurden sie nach unten verlängert. Die Kirche besitzt in Chor und Schiff insgesamt fünf gleichartige Fenster. Ein kürzeres Fenster in der Nordwand des Chores, aber mit ähnlichem Segmentbogenschluß ist durch das Dach des Sakristeianbaus fast völlig verdeckt. Der untere Teil ist innen blendenartig zugesetzt. Daraus ist wohl zu schließen, dass der Sakristeianbau ursprünglich ein niedrigeres Dach hatte und die Fenster wahrscheinlich kürzer waren. Das Fenster der Chornordseite wäre demnach als ein Fenster zu interpretieren, das noch die Zustände des Umbaues von 1701/2 zeigt. 1868 wurde auch die Orgel eingeweiht, die von Orgelbauer Bär in Niemegk angefertigt worden war.
Um 1960 wurden die Nord-und Südemporen entfernt. 1996 wurde die Kirche innen neu gestrichen.

Quelle: http://userpage.fu-berlin.de/engeser/potsdam-mittelmark/

Das Dorf Schlamau liegt südwestlich von  Belzig und nördlich  von Wiesenburg. Die Kirche in Schlamau  befindet sich in der Mitte des Dorfes und wurde vermutlich im 14 Jhd erbaut . Nach der teilweisen Zerstörung der Kirche ließen im Jahre 1701/02 die Herren von Brandt von Lindau die Kirche wieder aufbauen. Die aus Feldsteinen hergestellte Kirche besteht aus einem Kirchenschiff und dem Altarraum mit Apsis. Die Kirche ist sehr schlicht gehalten, aber hat aber auch viele Schätze zu bitten, wie zb der Altar , die Kanzel oder die Orgel mit der Empore.

Bei Interesse bitten wir Sie telefonisch mit der Familie Käthe  unter der Nr. 033849/51409 in Kontakt zu treten.

St. Marien Kirche Wiesenburg

Die St. Marien Kirche befindet sich heute in ungewöhnlicher Randlage des Ortes Wiesenburg. Vermutet wird, dass man zu Beginn die Absicht hatte, dem Ort Wiesenburg hier, wo unsere Kirche erbaut ist, sein Zentrum zu geben. Unsere Kirche ist ein spätromanischer Feldsteinbau. Da leider keine genauen Unterlagen über die Kirche vorliegen, wird vermutete das sie Ende des 12. oder Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut wurde.. Der Grundriss ist heute ein griechisches Kreuz (Längen von Längs- und Querschiff sind gleich); zu vermuten ist aber, dass das Hauptschiff ursprünglich in westlicher Richtung länger war, so dass der Grundriss ein lateinisches Kreuz ergab. Die Apsis ist innen rund und außen fünfseitig gebrochen. Der Turm ist wesentlich jünger als die Kirche selbst. In den Akten der Kirchengemeinde befinden sich Berichte über mehrere Turmbauten, bevor 1879/80 der jetzt vorhandene Turm errichtet wurde. Der Turm trägt einen Glockenstuhl mit 3 Glocken. Unsere größte Glocke mit einem Durchmesser von 112 cm und einem Gewicht von ca. 880 kg ist zugleich auch die älteste, sie ist ein Bronzeguss aus der Zeit um 1250 mit einer lateinische Inschrift. Sie wurde im Jahr 2001 restauriert. Die beiden kleineren Glocken sind im Jahre 1957 als Nachguss der alten ursprünglichen Glocken hergestellt worden. Das Kirchenschiff hat eine flache Holzbalkendecke. An der Decke sind neben den Farben grau und weiß Bänder in den Marienfarben grün, rot und blau zu erkennen. Besonders sehenswert ist der Taufstein– aus Sandstein mit Lilienmuster gefertigt, etwa um 1400. Der Steinkessel fasst ca. 70 Liter Wasser und weist damit auf die damalige Taufpraxis hin, getauft wurden die Kinder durch Untertauchen. Die Haube für den Taufstein sowie die Leuchter und das Kreuz auf dem Altar wurden 1958 vom hiesigen Kupferschmied Hoess angefertigt.

Das Triumphkreuz wurde 1958 von Bildhauer Goebel aus Magdeburg geschaffen. Der Altar ist ein kunsthistorisch wertvollste Ausstattungsstück unserer Kirche – ein Werk des Torgauer Bildhauers Georg Schröter aus dem Jahre 1561. Es handelt sich dabei um einen gemauerten Altartisch mit einem Aufsatz aus Sandstein. Der Altar zeigt die bildlichen Darstellungen: Linker Flügel – Verkündigung an Maria, Altarmittelbild – Abendmahlsfeier des Herrn, rechter Flügel – Auferstehung des Herrn, Altarkopf – gekrönter Herr (Gott Vater) und vor ihm die Taube (Heiliger Geist), darüber die Jahreszahl 1561.Unter diesen Darstellungen befindet sich eine Inschrift, die sich auf den Sinn des Abendmahls bezieht. Die Rückseite trägt eine Inschrift, die uns auf den Stifter des Altars hinweist: Friedrich III. Brand von Lindau.

 

Im Altarraum befinden sich an den Seiten mehrerer Epitaphe und Grabsteine. Andere Grabsteine, die in den Fußböden des Altarraumes lagen, sind jetzt entlang der Wände im südlichen Teil des Querschiffs aufgestellt. Hinzuweisen ist dabei auf einen Ritzgrabstein, der bei den Fußbodenarbeiten 1995 gefunden wurde. Die Inschrift weißt auf die Jahreszahl 1257 hin.. Im südlichen Querschiff hängen eine Taube (als Zeichen für den heiligen Geist) sowie ein Engel mit Harfe, beides Stücke aus dem 18. Jhd. Ebenfalls an dieser Wand befindet sich ein Sandsteinrelief, es zeigt die Darstellung des Jüngsten Gerichts. Hinzuweisen ist auf ein. Ölgemälde dieses stellt die Frau Margarethe von Dieskau (erste Ehefrau von Friedrich Brand von Lindau ) im Wochenbett dar, wie sie ihr neugeborenes Kind den ihren übergibt. Dieses Gemälde wird auf Lukas Cranach den Jüngeren zurückgeführt, so heißt es in einer alten Chronik. Die Empore über dem Nordportal wurde in dieser Gestalt im Jahre 1623 hergerichtet. Sie wird auch die Herrschaftsempore genannt, da ihre Wände eine Wappengalerie zeigen, die auf die Versippung und Verflechtung der alten Geschlechter untereinander hinweist. In der vor ca. 120 Jahren durch den hiesigen Pfarrer zusammengetragenen Chronik heißt es, dass der damalige Schlossbesitzer Benno Friedrich Brand von Lindau die Empore ursprünglich so angelegt habe, dass acht Wappen auf der einen Seite und acht Wappen auf der anderen waren, Diese zeigen die Ahnen der Familie von Lindau und seiner Frau. Das sächsische und das brandenburgische Wappen in der Mitte deutet darauf hin, dass die Brand von Lindaus, die fast 300 Jahre das Wiesenburger Schloss besaßen, von Anfang an sächsische und brandenburgische Lehnsherren waren und dass Wiesenburg bis 1815 sächsisch war. Das alte Uhrwerk unserer Turmuhr aus dem 17.Jhd befindet sich in der Nordempore Dank großzügiger Spenden konnte 1999 eine Funkuhr angeschafft werden . Unsere wertvolle Orgel aus dem Jahre 1775 befindet sich auf der Empore an der Westseite des Hauptschiffs. Eine schwarze Tafel mit goldener Schrift erzählt von ihrer Geschichte. Eine erste Orgel hatte unsere Kirche im Jahre 1696 erhalten, erbaut von Christoph Donath aus Leipzig. Die heute noch erhaltene Orgel, die im Jahre 1775 durch den Universitätsorgelbauer zu Wittenberg Johann Ephraim Hübner errichtet wurde, weist noch einige Teile dieser Vorgängerorgel auf. Die Orgel hat heute 17 Register auf zwei Manualen und einem Pedal. Durch zahlreiche Spenden konnten wir im Frühjahr 1999 notwendigen Reinigungsarbeiten an unserer Orgel durchführen lassen. Die Orgel wurde neu gestimmt und es konnte auch der Balg mit neuem Leder bezogen werden. Vorausgegangen waren umfangreiche Arbeiten zum Erhalt unserer Kirche: 1992/93 Sanierung von Innenputz und Holzbalkendecke sowie Neueindeckung des Kirchendaches, 1994 Reparaturarbeiten am Turm, 1995 Erneuerung des Fußbodens, 1996 Neuanstrich der Holzbalkendecke und der Wände gemäß alten Befunden sowie tischlermäßige Instandsetzung des Gestühls und der Kanzel, 1997 abschließende Tischler- und Malerarbeiten am Gestühl. 1998 konnten wir unsere wertvollen restaurierten Bleiglasfenster mit Glasmalerei aus dem 19. Jhd. wieder einbauen lassen. Neben 3 schön gestalteten Wappenfenstern in der Apsis und an der Ostwand des südlichen Querschiffs und 2 sogenannten Insektenfenstern in der Apsis sind die 4 Fenster mit figürlichen Darstellungen besonders zu erwähnen. Sie erzählen Begebenheiten, die uns im Neuen Testament der Bibel überliefert sind. Alle diese Fenster sind in den Jahren 1864 – 1871 geschaffen worden und von Frau Luise von Miltitz unserer Kirche geschenkt worden..

Wenn Sie Interesse an einer ausführlichen Führung haben, so melden Sie sich - am besten vorher im

Ev. Pfarramt Wiesenburg, Schlossstr. 3,

14827 Wiesenburg, Tel.: 033849-50290 oder beim

Fremdenverkehrsverein im Schlossturm an.

Für Gruppen bieten wir auch Führungen mit Orgelmusik

an.

Unsere Gottesdienste finden alle 14 Tage Sonntag um

10 Uhr in der Kirche statt, auch Konzerte veranstalten

wir in den Sommermonaten und in der Adventszeit.

Bitte beachten Sie unsere Aushänge oder fragen Sie

nach dem Gemeindebrief.

Evangelische Kirchengemeinde Wiesenburg

Pfarrer Stefan Schönfeld






 

 
 
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